Gute Laune bei der Vertragsunterzeichung (von links): Hannes Beckmann, Manfred Schröder (Vorsitzender SV Scharrel), Aylin Alfers, Martin Janssen, Peter Hermes (Vorsitzender SV Strücklingen), Anastasia Südbeck, Clemens Rosenbaum, Josef Kramer (Vorsitzender BW Ramsloh) und Sebastian Bonk

Spielgemeinschaften im Sport sind keine Seltenheit. Vor allem im Jugendbereich nicht. Bevor ein Verein nämlich wegen Spielermangels keine Mannschaft melden kann, geht er mit einem anderen Verein mit gleichem Problem eine Kooperation ein und es wird ein gemeinsames Team gebildet. Beim BW Ramsloh, SV Scharrel und SV Strücklingen gibt es diese Vereinbarungen schon seit vielen Jahren. Jetzt gehen die Vereine ab der kommenden Saison aber noch einen Schritt weiter, der im Bezirk Weser-Ems wohl bislang einmalig ist. 

Vor wenigen Tagen wurde die Jugendspielgemeinschaft (JSG) Saterland gegründet. Der Jugendspielbetrieb wird somit fortan von allen drei Vereinen unter einem gemeinsamen neuen Namen geführt. Und es gibt ein eigenes Jugendkonzept, in dem die Ziele, die Wege zu den Zielen und ein Verhaltenskodex detailliert auf über 40 Seiten aufgeführt sind.

„Die Zusammenarbeit in der bisherigen Spielgemeinschaft ist sehr gut. Aber es gab bisher nur lose Abmachungen zwischen den Vereinen“, sagte Martin Rosenbaum vom SV Strücklingen im Gespräch mit der NWZ. Daher kam Ende 2015 die Idee auf, diesem losen Konstrukt einen festen Rahmen zu geben. Gemeinsam mit seinem Vereinskollegen Thomas Schlump fing er an, intensiv an einem Jugendkonzept zu arbeiten und somit die Grundlagen für die JSG Saterland zu legen.

Bereits wenige Wochen später trugen sie dem Strücklinger Jugendvorstand und im Sommer 2016 dem Hauptvorstand ihre Überlegungen vor. „Wir fanden sofort eine breite Zustimmung“, sagte Thomas Schlump. Also wurden die Planungen konkreter. Viel Zeit wurde investiert, schließlich galt es, auch die beiden anderen Vereine von der Idee zu überzeugen. Im Herbst 2016 war es dann soweit. Die Vorstände aller drei Vereine trafen sich und Martin Rosenbaum stellte das komplette Konzept vor. Die Reaktion folgte prompt. „Alle waren von der Idee begeistert und schnell hat sich ein echter Teamgeist entwickelt“, so Schlump. Genau dieser Spirit solle sich auf die Jugendmannschaften übertragen. Denn ein Ziel sei, das Zusammengehörigkeitsgefühl der rund 150 Jugendlichen zu stärken.

Ein entscheidender Punkt sei zudem, dass man die Trainer und Betreuer besser unterstützen möchte. Dazu werden vom sportlichen Berater Wilfried Dannebaum mehrmals im Jahr Module für die Trainingsarbeit im Jugendbereich angeboten. Einheitliche Trikots sollen die Gemeinschaft der Vereine auch nach außen tragen. Sponsoren werden noch gesucht.

Von der ersten Idee bis zur Umsetzung sei es viel Arbeit gewesen. Vieles habe man beachten und mit einfließen lassen müssen. „Doch der Einsatz hat sich wirklich gelohnt. Die Weichen für eine erfolgreiche Jugendarbeit der drei Vereine sind gestellt“, freuen sich Rosenbaum und Schlump darüber, dass ab der kommenden Saison die JSG Saterland am Spielbetrieb teilnehmen wird.

An den Start gehen werden aller Voraussicht nach eine A-Jugendmannschaft, zwei B-Jugend-Teams, zwei C-Jugend-Teams und drei bis vier D-Jugendmannschaften. Die Mädchenmannschaften sind derzeit noch in anderen Spielgemeinschaften organisiert und werden wohl erst später zur JSG dazustoßen. Die G-, F- und E-Jugendteams bleiben in den einzelnen Vereinen bestehen.